Alles über Balkonkraftwerke mit Speicher – Aufbau und meine Langzeiterfahrungen

Zendure Solarflow
Zendure Solarflow

Vor einem Jahr hat es mich auch erwischt die „Solaritis“(schwerwiegender Anfall von Solarenergie-Sammel-Sucht). Ich hatte soviel über Balkonkraftwerke gelesen, die Preise der Komponenten und Komplettsets sind immer weiter runtergegangen und mit dem Aussetzen der MwSt. war es dann endgültig soweit. Ein Balkonkraftwerk musste angeschafft werden. Natürlich war auch der Umweltaspekt ein Gedanke, aber ehrlicherweise auch der Reiz einfach selbst Strom zu produzieren und natürlich möglichst viel davon selbst zu nutzen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels sind wir in Deutschland immer noch bei maximal 600 Watt erlaubter Einspeisung für ein Balkonkraftwerk, die 800 Watt stehen vor der Tür, sind aber noch nicht freigegeben. Das ist aber auch schon ordentlich, wenn man durchschnittlich 200-300 Watt kontinuierlichen Grundverbrauch wie in unserem vierköpfigen Haushalt hat. Wenn man so überlegt kommt da schon meist Einiges zustande…Kühlschrank…Router…Fernseher, in Standby, Wasserkocher, Kaffeemaschine, Gastherme etc…

Das klassische Balkonkraftwerk

Gestartet habe ich mit einem klassischen Balkonkraftwerk, bestehend aus zwei Solarpanels und einem Wechselrichter. Der Wechselrichter bildet das Herzstück eures Balkonkraftwerks. Dieser wird auf der einen Seite mit euren Solarpanels verbunden, auf der anderen Seite mit dem Hausnetz. Der Wechselrichter erzeugt aus dem Gleichstrom, der in den Solarpanels generiert wird den klassischen Wechselstrom des Hausnetzes. Dazu muss er sich, im Gegensatz zu einem Inselwechselrichter mit dem Hausnetz synchronisieren, kann also nicht dazu verwendet werden bei einem vollständigen Stromausfall das Haus mit Solarenergie zu versorgen. Meinen Wechselrichter habe ich über einen Wieland Stecker mit einer speziellen Wieland Dose verbunden, welche über einen Festanschluss mit dem Haus verbunden ist. Dies habe ich tatsächlich von einem Elektriker machen lassen. Will man es ganz einfach haben, liegen inzwischen quasi standardmäßig fast überall Schukostecker bei, um den Wechselrichter direkt mit einer Steckdose zu verbinden. Wie ihr euch hierbei entscheidet liegt bei euch, lest euch am besten dazu im Internet ein. Grundsätzlich empfiehlt die VDE Norm eine Wieland Dose bzw. eine Vorrichtung bei der es nicht möglich ist beim Ausstecken des Wechselrichters mit den Kontakten in Berührung zu kommen. Auch die Wechselrichter, welche in Deutschland zugelassen sind, benötigten einen sogenannten NA Schutz, der dafür sorgt, dass kein Strom am AC (Wechselstrom) Ausgang anliegt, wenn der Wechselrichter nicht mit dem Stromnetz verbunden ist. Klingt also irgendwie doppelt gemoppelt, sieht man sich aber die Fälle in der Vergangenheit an, bei dem sich bei einigen Geräten ein fehlender NA Schutz entpuppt hat, macht doppelte Vorsicht manchmal vielleicht doch auch Sinn. Wo wir gerade bei den Wechselrichtern sind. Ich habe mich seit Beginn an für Wechselrichter der Marke Hoymiles entschieden. Hierfür gibt es mehrere Gründe. Die Hoymiles Wechselrichter sind aus meiner Sicht:

  • hochwertig verarbeitet
  • laufen bei mir seit langer Zeit problemlos
  • sind weit verbreitet und man bekommt reichlich Tipps im Internet
  • die neueren Modelle mit einem „W“ im Produktnamen sind direkt mit dem hauseigenen Wireless Netzwerk verbindbar und können ganz einfach mit der „S-Miles Installer App“ ausgelesen werden und Statistiken zur Energieproduktion abgerufen werden
  • die Hoymiles Wechselrichter sind mit zwei sehr großen Open Source Projekten „OpenDTU“ und „AhoyDTU“ kompatibel, die eine lokale Steuerung der Wechselrichter und das Auslesen der Daten ohne Cloud ermöglichen.
  • über beispielsweise „OpenDTU“ könnt Ihr die Wechselrichter in die weit verbreitete Open Source Home Automatisierungsplattform „HomeAssistant“ einbinden und dort auch Automatisierungen bauen, welche euch eine Steuerung in Abhängigkeit vom Strombedarf ermöglichen, beispielsweise in Kombination mit dem Poweropti von Powerfox oder dem Shelly Pro 3 EM.

Bei den Hoymiles Mikrowechselrichtern beginnt es bereits bei ganz kleinen kompakten Modellen wie dem MI-300,350 oder 400. Diese haben einen Anschluss für ein Solarpanel. Diese Modelle hatte ich aber nie genutzt. Begonnen habe ich persönlich mit dem HM-600. Aktuell ist der HM-800 bzw. das neue Modell HMS-800W-2T sehr beliebt bei Einsteigern, da, wie oben erwähnt, die Erhöhung auf 800 Watt für Balkonkraftwerke in Deutschland kurz vor der Tür steht.

2T steht hierbei für 2 Tracker, bedeutet, dass beide Panels unabhängig voneinander betrachtet werden und sich so die Verschattung eines Panels nicht auf das zweite Panel auswirkt, wenn das nicht auch vom Schatten erfasst wird. Das „W“ im Produktnamen steht für Wireless, bedeutet ihr braucht kein extra Gerät um die Daten über die S-Miles Installer App über WLAN am Handy auszulesen. Die S-Miles Installer App könnt ihr entweder ohne ein Cloud Konto direkt benutzen um die Daten des Wechselrichters auszulesen, dazu verbindet ihr euch mit dem WLAN, welches der Wechselrichter direkt ausstrahlt oder ihr erstellt einen Cloud Account bei Hoymiles und speichert dort eure Solarinformationen. Sobald ihr euch bei der ersten Installation mit dem WLAN des Wechselrichters verbunden habt, könnt ihr das Gerät über die App auch in euer eigenes WLAN einbinden.

Hat es euch dann „richtig erwischt“ werdet ihr feststellen, dass es von Hoymiles auch noch größere Modelle wie den 1500er oder die neuen HMS 1600,1800,2000-4T Varianten gibt. Diese haben dann vier Tracker und auch die Möglichkeit vier Panels anzuschließen.

Die genauen Daten könnt Ihr auf der Seite von Hoymiles oder entsprechenden Balkonkraftwerkhändlern, die die Wechselrichter im Programm haben nachlesen. Einige Händler bieten an, die Wechselrichter bei Verkauf auf die zulässigen 600/bald 800 Watt zu drosseln und ihr erhaltet dazu eine Bescheinigung. Wie ihr damit umgeht müsst ihr selbst entscheiden, aber informiert euch unbedingt über die Gesetzeslage und wichtiger über die technischen Hintergründe. Zwei meiner Panels wurden mir von Tepto zur Verfügung gestellt, einem Händler der ein breites Solarsortiment im Angebot hat und sowohl Hoymiles Wechselrichter als auch die Balkonkraftwerkspeicherlösungen Solarflow und Solarflow AIO einzeln und im Komplettset mit Solarpanels vertreibt, falls ihr euren Balkonkraftwerkspeicher nicht bei Zendure direkt kauft. Auch Shelly Geräte haben zwischenzeitlich bei Tepto Einzug gehalten, so dass Ihr z.B. den Shelly PRO3EM mitnehmen könnt, mit dem ihr euren Zendure Solarflow abhängig vom Hausstromverbrauch steuern könnt, aber mehr dazu weiter unten.

Auch wenn in Deutschland öfter mal die Bürokratie kritisiert wird, ist es in eurem eigenen Interesse wichtig zu verstehen, was ihr wo anschließt und nicht einfach blind loszulegen ohne dass ich das jemandem unterstellen will. Die Regelungen für Balkonkraftwerke so konservativ und diskutabel man sie sehen möchte, haben grundsätzlich schon ihren Sinn und nicht jeder ist ein Bastler der sich tief mit der Elektrik seines Hauses auseinandergesetzt hat . Aber zurück zum Balkonkraftwerk Setup. Habt ihr für herkömmliche Solarpanels keinen Platz, kann ich euch die flexiblen Solarpanels von Zendure empfehlen. Diese haben pro Stück bis 210 Watt, sind mit 4,5 kg wesentlich leichter als herkömmliche starre Solarpanels und können flexibel beispielsweise an Balkongeländern montiert werden. In meinem Fall habe ich ein Set solcher Panels auf meinem Metallgartenhaus magnetisch montiert und befülle damit meine Superbase V 4600, die ich als Insel, das bedeutet ohne Verbindung zum Stromnetz, betreibe. Von diesen flexiblen Panels könnt ihr jeweils zwei an einen Eingang eines klassischen Hoymiles 800er Wechselrichter anschließen, in Summe also vier und habt ein super flexibel schnell montiertes Balkonkraftwerk. Hier im Bild habe ich mal kurz ein BKW mit zwei dieser flexiblen Panels zusammengesteckt. Die Löcher, die ihr an den Rändern seht, sind für eine einfache Montage zum Beispiel an Metallbalkongittern gedacht. Zendure liegt hierzu auch Metallbänder zur Befestigung bei.

Zendure flexible Solarpanels und Hoymiles HMS-800W-2T Wechselrichter

Auf meinem Instagram Account könnt ihr euch dazu und auch zum Solarflow einige Videos ansehen. Es würde mich freuen, wenn ihr mir hier folgt und ihr bleibt so natürlich auch auf dem Laufenden was sich bei mir so tut. Aber zurück zu meinem klassischen Balkonkraftwerk-Setup. Die beiden Solarpanels habe ich auf unserem Carport montiert, liegend, in vollem Bewusstsein, dass ich damit ggf. nicht die optimalste Sonneneinstrahlung habe, aber der Ästhetik halber wollten wir keine Aufständerung auf dem Carport und so sah es vom Fenster unserer Doppelhaushälfte aus einfach schöner aus.

Baubeginn meines Balkonkraftwerks

Gesagt getan. Panels auf den Carport, Stromverbindung ins Haus, dazu Kabel durch den Garten verlegt und vom Elektriker anschließen lassen. Die Panels mit dem Hoymiles Wechselrichter verbinden und das ganze im Carport in einer Plastikbox „optisch hübsch“ verschwinden lassen. Das Ganze sah zum Start dann so aus…

In dieser Kiste war zu Anfangs mein Wechselrichter, der Solarflow und mein AB1000 Akku

Mit dem einfachen Balkonkraftwerk sind wir an dieser Stelle schon fertig und für einige mag das Gefühl etwas eigenen grünen Strom zu erzeugen, den Geldbeutel etwas zu schonen und einen Teil der Grundlast während die Sonne scheint oder vielleicht auch die ganze Grundlast nicht vom Stromlieferanten beziehen zu müssen schon ausreichen.

Erweiterung des Balkonkraftwerks mit einem Batteriespeicher

Ist man aber vom Solarfieber gepackt, und das sind viele, wenn man sich in Foren und Photovoltaik Facebook Gruppen oder der Solarflow Facebook Gruppe umsieht, möchte man sein Balkonkraftwerk erweitern um mehr Energie erzeugen zu können um insbesondere durch den Einsatz von Speichertechniken wie dem Balkonkraftwerkspeicher Solarflow von Zendure den ich selbst nutze, nicht nur tagsüber selbst produzierte Energie zu nutzen, sondern diese bzw. den nicht fürs Haus benötigten Überschuss auch speichern zu können, um sie dann, wenn die Sonne nicht scheint, also z.B. über die Nacht abrufen zu können . Damit nicht genug wäre es doch klasse, wenn ihr die Abgabe des Stroms aus dem Batteriespeicher an den Bedarf eures Hauses anpassen könntet und auf diese Weise verhindert, dass ihr Strom ins Stromnetz einspeist und verschenkt anstatt ihn selbst zu nutzen. Genau das und mehr könnt ihr mit dem Solarflow und auch dem neuen Solarflow AIO in Kombination mit einem Shelly Pro 3 EM konfigurieren. Aber dazu später. Die im Artikel genannten Komponenten wurden mir teilweise von den Herstellern zur Verfügung gestellt, dennoch lege ich Wert auf eine objektive Betrachtung der Systeme.

Über die Solarflow Balkonkraftwerk Speicherlösung habe ich hier bereits als diese 2023 neu auf den Markt kam berichtet. Hier könnt ihr nochmals alles nachlesen. Für die Basis Erläuterungen möchte ich insbesondere auf diesen Artikel verweisen.
Tutorial: Balkonkraftwerk mit Speicher im Detail erklärt | zweifach PAPA.


Seitdem hat sich einiges getan und das Solarflow System ist „Erwachsen“ geworden. Neue Funktionen, die seit dem Start hinzugekommen sind (sicher habe ich noch das eine oder andere übersehen)

  • granulare Einstellung der manuellen Leistungsabgabe (0,30,60,90,100 und darüber hinaus in 1er Schritten bis zur maximal im Initialsetup eingestellten Ausgabegrenze für die Leistungsabgabe zum Wechselrichter)
  • Unterstützung von smarten Steckdosen von Zendure (Zendure Satelite Smart Plug) Die Stromabgabe des Balkonkraftwerkspeichers richtet sich nach dem Verbrauch der Smart Plugs
  • Partnerschaft mit Shelly und dadurch Unterstützung von Shelly Steckdosen und Shelly Stromzählern für den Stromkasten. Mit diesen setzt ihr die dynamische Steuerung der Stromabgabe anhand des Hausverbrauchs um. Analog zum Zendure eigenen Smartplug können Shelly Steckdosen für die Stromabgabesteuerung genutzt werden
  • Modus, welcher zusätzlich zu dem dynamischen Verbrauch der Steckdosen ermöglicht, dass eine Grundlast definiert wird, welche immer abgegeben wird.
  • Steuerung der Stromabgabe über das Zendure eigene Kontrollgerät „Satelite CT“
  • Bypass Modus. Wenn die angeschlossenen Akkus vollständig geladen sind, wird die erzeugte Solarenergie bis zur definierten Abgabegrenze an den Wechselrichter direkt durchgereicht. Alternativ kann der Bypass auch vollständig oder bis zum nächsten Tag deaktiviert werden.

Das dabei auch einiges nicht auf Anhieb funktioniert hat, und auch hin und wieder mal Probleme auftreten möchte ich nicht verschweigen, auf der anderen Seite baut Zendure das System kontinuierlich aus und ist deshalb auch die von mir favorisierte Lösung, weil es so viele Möglichkeiten gibt das System zu nutzen und immer wieder etwas neues dazu kommt. Das dabei auch mal etwas schief geht riskiere ich und Fehler passieren auch bei anderen Herstellern. Das ist mir persönlich lieber, als ein Produkt zu haben, das nicht oder kaum weiterentwickelt wird und ich es dann durch ein anderes ersetzen muss um die von mir gewünschte Funktionalitäten zu bekommen. Dennoch ist absolut klar, dass Fehler ärgerlich sind, diese werden aber von Zendure analysiert und behoben. Ich kann aber jeden verstehen, der sich darüber ärgert wenn die Behebung des Problems auch mal längere Zeit in Anspruch nimmt. Genauso ehrlich fehlt mir hier aber der Vergleich mit den Mitbewerbern, schreibt dazu gerne mal was in die Kommentare. In Summe bin ich mit dem Solarflow absolut zufrieden, weil er für mich genau das tut, was ich persönlich als Ziel hatte

  • zeitunabhängige Nutzung der erzeugten Energie
  • bedarfsgerechte Einspeisung des benötigten Stroms (bei mir erfolgt die Messung über den Smart CT Mode mit dem Shelly Pro 3EM)
  • wenig bis gar keinen Strom verschenken
  • Möglichkeit möglichst viel Strom speichern zu können (Das System ist zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels bis maximal 8 KW mit 4xAB2000 Akku ausbaubar)
  • Reduktion der Stromkosten
  • auch einen kleinen Beitrag zur Energiewende und grüner Stromerzeugung leisten

Solarflow Balkonkraftwerkspeicher – Zwei Varianten

  • Solarflow

Solarflow

  • Logik (PVhub) und Batterien getrennt
  • Speicherkapazität von 1 bis 8 KW ausbaubar (maximal 4 Batterien vom Typ AB1000 oder AB2000, auch untereinander kombinierbar)
  • mit verschiedenen Wechselrichtern kompatibel
  • Solarflow AIO 2400

Solarflow AIO 2400

  • All In One Gerät, welches Steuerlogik (Hub) und Batterie in einem Gerät vereint
  • Speicherkapazität nicht erweiterbar
  • für einfachste Installation optimiert
  • integrierte LED Leiste mit unterschiedlichen Beleuchtungsfunktionen
  • mit verschiedenen Wechselrichtern kompatibel

Ein paar Gedanken zur Hardware:

  • Solarflow
    • super modulares System, sehr wertiges Outdoor Metalldesign
    • erste Generation Akkus (AB1000) mit 960 Wh
    • zweite Generation Akkus (AB2000) mit 1920 Wh und integrierter Heizung für die Nutzung auch bei kälteren Wintertemperaturen
  • Hub 1200 (erste Generation) für 2 Solarpanels (manche integrieren mehr, aber man muss sich die Spezifikationen genau ansehen. Ich empfehle es bei zwei zu belassen)
    • erster Solareingang: 400 Watt maximal, 16-60 Volt, 13 Ampere
    • zweiter Solareingang: 400 Watt maximal, 16-60 Volt, 13 Ampere
  • Hub 2000 (zweite Generation) Verkaufsbeginn hat zum Zeitpunkt der Artikelerstellung begonnen. Hier können 4 Panels angeschlossen werden, was meiner Meinung nach der richtige und notwendige Schritt war um die Kapazitäten von bis zu 8 KW auch schnell vollgeladen zu bekommen.
    • erster Solareingang: 900 Watt maximal, 16-60 Volt, 26 Ampere
    • zweiter Solareingang: 900 Watt maximal, 16-60 Volt, 26 Ampere
  • weitere Weiterentwicklung des Systems/Addons zu erwarten, wenn man fleißig der Solarflow Facebook Gruppe folgt.
  • Solarflow AIO 24000
    • All In One Gerät, ebenfalls sehr hochwertig und stabil anmutend
    • mit kompletten Montagekit geliefert im besonderen einem stabilen Metallfuß
    • hier können bereits mehr Solarpanels angeschlossen werden
      • erster Solareingang: 400 Watt maximal, 16-60 Volt, 14 Ampere
      • zweiter Solareingang: 800 Watt maximal, 16-60 Volt, 20 Ampere
    • Erweiterungen, die ich mir wünschen würde:
      • als wirkliches AIO Device sollte noch ein Wechselrichter direkt integriert sein
      • ein direktes AC Outlet für alle Fälle wäre meiner Meinung nach eine sinnvolle Erweiterung

Das Solarflow System nutze ich bereits seitdem es am Markt ist, den Solarflow AIO teste ich derzeit. Ihr könnt wie schon kurz oben erwähnt auf meinem Instagram Kanal schon einige Videos und erste Eindrücke zum Solarflow AIO 2400 sehen.

Wie ihr oben lesen könnt, habt ihr beim AIO schon jetzt die Möglichkeit mehr Panels anzuschließen, beim modularen Solarflow System klappt das spätestens offiziell mit dem Hub 2000.

Wie ihr schon jetzt euer Balkonkraftwerk sinnvoll mit einem Batteriespeicher kombinieren könnt. Dazu gibt es jede Menge Futter in der Solarflow Facebook Gruppe. Zwei Beispiele, die ihr euch auf jeden Fall überlegen könnt.

Beispiel 1 mit einem Hoymiles 600 oder 800 mit zwei Solarpanel Eingängen:

  • Ihr verbindet zwei Solarpanels mit dem PVhub und den Ausgang des Hubs verbindet ihr nur mit einem der Eingänge des Mikrowechselrichters.
  • An den zweiten Eingang des Mikrowechselrichters verbindet ihr ein drittes Solarpanel

Auf diese Weise habt ihr ein Panel, das den ganzen Tag ins Haus einspeist und zwei Panels, welche ihr primär nutzen könnt um den Akku/die Akkus zu laden. Sind die Akkus voll, schaltet der Solarflow wenn ihr es so einstellt auf Bypass und leitet die Solarenergie direkt ins Haus

Beispiel 2 mit einem Wechselrichter aus der Hoymiles Serie 1500/1600/1800/2000

  • Da diese Geräte vier Solarpanels nutzen können, könnt ihr hier zwei Panels direkt über zwei Eingänge des Wechselrichters mit dem Hausnetz wie bei einem klassischen Balkonkraftwerk verbinden.
  • Die zwei weiteren Wechselrichter Eingänge verbindet ihr mit dem Ausgang des Solarflows über die mitgelieferten Y Adapter, da der Solarflow nur einen physischen Ausgang hat.

Auf diese Weise habt ihr zwei Panels um die Batterien schnell zu laden und zwei Panels, die tagsüber einspeisen. Wichtig hierbei ist aber das bereits oben genannte Thema der Einspeiseleistung. Auch bei Tepto wird dieser Wechselrichter und eine entsprechende Drosselung angeboten Drosselung HM-1500/HMS-1600 auf 800W

Persönlich freue ich mich schon auf den Hub 2000 um mehr Panels für die Batterieladung meines aktuell 5 KW Systems nutzen zu können und ggf. den Speicher auch noch zu erweitern.

Die Zendure App im Detail

Ein Blick in die Zendure App für IOS und Android in der ihr euren Energiespeicher steuert:

In der Zendure App habt ihr folgende Möglichkeiten euren Energiebedarf zu steuern, nachdem ihr euren Solarflow hinzugefügt habt.

  • manuelle Steuerung wieviel Energie ihr ins Haus einspeisen wollt
  • Smart CT Mode (hierbei könnt ihr den Shelly Pro 3EM als Quelle für die Berechnung des Energiebedarfs wählen, nachdem ihr diesen in der Zendure App ebenfalls hinzugefügt habt
    (FOTO)
  • Akku Prioritätsmodus. In dieser Zeit gehen ca. 100 Watt ins Haus und jedes weitere Watt bevorzugt in den Akku
  • Terminmodus (hier könnt ihr Zeiträume definieren in denen unterschiedliche Energiemengen ins Haus geleitet werden sollen)
  • Intelligenter Abgleichsmodus (hier könnt ihr Zendure und Shelly Steckdosen definieren, welche überwacht werden und die Stromabgabe an diese Geräte angepasst wird – zusätzlich dazu kann eine Grundlast welche immer anliegt angegeben werden, die dann ebenfalls berücksichtigt wird)

Außerdem könnt ihr hier natürlich eure Grunddaten überwachen

  • Akkukapazität
  • Anzeige wieviel Energie eingespeist wird
  • Statistiken wieviel an welchem Tag produziert und abgegeben wurde
  • Wieviel Energie von den angeschlossenen Panels live produziert wird

Beginnen würde ich mit einem neuen AB2000 Akku, der auch problemlos im Winter draußen stehen kann weil er beheizt ist, oder wenn ihr es einfacher wollt mit dem Solarflow AIO2400. Hier könnt Ihr die Kapazität jedoch nicht mehr erweitern, deswegen solltet ihr das gut in eure Überlegung mit einbeziehen, denn aus meiner Erfahrung mag man immer weiter tunen, wenn man einmal angefangen hat.

Ich kann euch nur raten, probiert es aus, ich persönlich habe sehr viel Spaß an diesem neu gewonnenen Hobby. Das ist auch ein Überlegung, die ich euch mitgeben möchte. Klar ein Batteriespeicher macht das ganze Setup um einiges teurer aber ihr habt davon zum einen auch einen Nutzen und müsst/könnt/wollt keine Eigenbau Lösung bauen und könnt hier auf ein hochwertig verarbeitetes Gerät zurückgreifen. Viel wichtiger ist für mich jedoch, dass man es auch als Hobby betrachtet. Andere geben Geld für andere Hobbies wie beispielsweise ihr Auto aus, wo dann ggf. auch nicht immer die Vernunft und Geldersparnis an erster Stelle steht.

Die Strommessung – sinnvolle Erweiterungen

In diesem Abschnitt möchte ich euch einige meiner Ansicht nach sinnvollen Erweiterungen zur Strommessung und Verbrauchssteuerung vorstellen. Einige habe ich weiter oben bereits erwähnt.

Allgemein Messmöglichkeiten:

  • Mystrom Wifi Switch
    • Der Mystrom Wifi Switch ist ebenso wie die nachfolgenden Geräte eine smarte Steckdose, bietet jedoch über die Mystrom App einige sehr sinnvolle Erweiterungen in Kombination mit einer PV Anlage oder Balkonkraftwerk an. Habt ihr die Steckdose in die App aufgenommen, könnt ihr entscheiden, ob es sich um einen Verbraucher handelt, oder um eine Steckdose, die an einen Wechselrichter angeschlossen ist und den PV Ertrag messen soll. Hierzu könnt ihr, falls ihr für das Einspeisen von Strom Geld bekommt, oder eine Statistik haben wollt, wieviel ihr für den Strom bezahlt hättet, eure Tarifdaten entsprechend hinterlegen. Zudem können auch mehrere Steckdosen zu einer „Ertragsgemeinschaft“ zusammen genommen werden, so dass euch in der App der Gesamtertrag dargestellt wird. Man merkt, dass Mystrom speziell an die PV Anlagen Betreiber gedacht hat auch an anderen nützlichen Funktionen. So könnt ihr die Leistung, welche erzeugt wird überwachen und bei Erreichen eines bestimmten Wertes Aktionen definieren, ebenso wie eine Überwachung des Gerätes auf zu hohe Last einrichten. Weiterhin habt ihr eine grafische Darstellung der Solarproduktion. Neben speziellen PV Funktionen gibt es analog wie auch beispielsweise bei Shelly die Möglichkeit die Steckdose in Abhängigkeit von Sonnenauf- oder Sonnenuntergang mit einstellbarer Verzögerung in Minuten zu schalten. Last but not least gibt es als Zubehör einen Plastiküberzug um die Steckdose auch Outdoor betreiben zu können. Für PV Anlagen Verwaltung nimmt diese Steckdose meiner Meinung nach eine wirkliche Sonderstellung ein und ihr solltet euch diese wirklich näher anschauen. Mystrom hat auf seiner Seite auch ein Produkt für Wieland Stecker angekündigt. Eine coole Erweiterung ist auch der Wifi Button Max der die Möglichkeit bietet Mystrom Geräte zu schalten und über ein integriertes Epaper Display verfügt. Hier könnt ihr euch ebenfalls eure PV Ertragsdaten anzeigen lassen. Wie der Name der Geräte schon vermuten lässt nutzen die Mystrom Geräte euer WLAN Netzwerk
  • Homematic IP Schalt-Mess-Steckdose
    • Homematic IP kann ich euch ebenfalls sehr ans Herz legen, insbesondere wenn ihr möglichst einen Anbieter für alle eure smarten Komponenten sucht. Homematic IP ist eine Marke der EQ-3 AG und ein langjähriger Spezialist für einfache Smarthome Installation bei gleichzeitig großer Gerätevielfalt. So gibt es neben Steckdosen beispielsweise Heizkörperthermostate und Wassersensoren welche ich ebenfalls zur smarten Steuerung unserer Heizung und Schutz vor Wasseraustritt im Keller bei Trockner und Waschmaschine nutze. Die Komponenten von Homematic IP nutzen funken über eine eigene Bridge welche es als drahtgebundene und drahtlose Variante gibt und nutzen ein proprietäres Protokoll im 868 MHz Band. Da meine Homematic IP Messteckdosen über viele Stockwerke verteilt sind, kann ich positiv berichten, dass dieses Protokoll auch in einem Fertigmassivhaus über mehrere Ebenen einwandfrei funktioniert und sich aufgrund der Frequenz auch nicht mit dem hauseigenen WLAN Frequenzen sei es im 2.4 oder 5 GHz Bereich in die Quere kommt. Ich nutze Steckdosen von Homematic IP um den Stromverbrauch meiner Espressomaschine, der Waschmaschine und des Trockners zu messen, sowie einige Steckdosen ohne Messfähigkeit für das intelligente Schalten von Lampen. Die Homematic IP Steckdosen gibt es sowohl mit als auch ohne Messfunktion. Neu von Homematic IP ist gerade ein optisches Strommessgerät für den zentralen Stromzähler herausgekommen, welcher auf dem Zähler wie auch beim Powerfox Poweropti montiert werden kann. Sobald ich diesen ausprobieren konnte, werde ich euch berichten. Wollt ihr einen Anbieter der von Lampen, über Schalter, Steckdosen, Rolladenmotoren, Strommesgeräten, Heizkörperthermostaten, Türkontakten, Türschlössern noch einiges mehr in einem einheitlichen einfach installierbaren App Programm hat, seid ihr bei Homematic IP genau richtig.
  • Powerfox Poweropti
    • Der Poweropti von Powerfox ist ein kleines Aufsatzgerät für euren Stromzähler, sofern dieser über eine entsprechende optische Auswerteinheit verfügt. Mit der dazugehörigen App könnt ihr ganz einfach euren aktuellen Stromverbrauch, ebenso wie historische Werte einlesen. Auch könnt ihr euren Stromtarif hinterlegen, sowie ggf. Einnahmen, die ihr evtl. für die Einspeisung von Strom erhaltet. Den Poweropti nutze ich derzeit um in meiner Homeassistant Installation im Energie Dashboard den Einspeisewert zu erhalten, da sich das Gerät problemlos in Homeassistant integrieren lässt. Der Poweropti nutzt zur Kommunikation mit dem entsprechenden Cloud Dienst und der dazugehörigen App euer WLAN Netzwerk.

Geräte mit Solarflow Integration:

  • Shelly Plus Plug S
    • Auch der Hersteller Shelly bietet einen smarten Steckdosenstecker an, welcher Strom messen kann. In 2023 hat Zendure eine Kooperation mit Shelly gestartet und bindet nun die Geräte Shelly Plus Plug S, Pro 3EM und, 3EM in die Zendure App mit ein. Über die Integration kann nun die Abgabe der Energie aus dem Zendure Solarflow bzw Solarflow AIO intelligent in Abhängigkeit des Verbrauchs des angeschlossenen Gerätes wie oben beschrieben gesteuert werden. Da ich aktuell keinen dieser Plugs habe, kann ich euch hier kein eigenes Bild zeigen.

  • Shelly Pro 3EM / 3EM
    • Der Shelly Pro 3EM aber auch das etwas kleinere Modell 3EM können, wenn Sie im zentralen Schaltschrank eingebaut werden, den Gesamtstrombedarf im Haus erfassen. Analog zur Überwachung des Stromverbrauchs einzelner Geräte kann der Solarflow im Smart-CT Modus die Verbrauchsmessung des Shelly PRO 3EM oder 3EM nutzen um die Ausgabe der Energie an das Hausnetz dem Verbrauch anzupassen. Dies erfolgt jeweils bis zur maximalen Ausgabegrenze welche bei der Einrichtung des Solarflow bzw. Solarflow AIO für die Abgabe der Energie an den Wechselrichter festgelegt wurde. Die Solarflow Geräte können bis zu 1.200 Watt an den Wechselrichter übergeben.

  • Zendure Satelite Smart Plug
    • Doch nicht nur Drittanbieter haben smarte Steckdosen im Programm, auch Zendure selbst hat mit dem Satelite Smart Plug einen smarten Steckdosenadapter im Programm, der natürlich ebenso wie der oben beschriebene Shelly Plus Plug S in Verbindung mit dem Solarflow bzw. dem Solarflow AIO zur intelligenten Steuerung der Energieabgabe ans Hausnetz genutzt werden kann.

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Artikel ein wenig den Einstieg erleichtern und erste Fragen beantworten. Wenn ihr weitere Fragen habt, gerne in den Kommentaren.

Mein persönliches Fazit

Ich hatte nicht gedacht, dass das Thema Solarenergie so viel Spaß macht und mich dermaßen packt. Anfangs dachte ich, kauf dir auch ein Balkonkraftwerk und lass es laufen und gut ist. Das mag bei den Leuten, die es vielleicht nur aus Umweltgründen aufbauen oder den Geldbeutel ein wenig schonen wollen ausreichen, aber wenn man beginnt sich mit der Materie zu beschäftigen, dann feststellt welche Erweiterungs- und Automatisierungsmöglichkeiten es in Kombination mit Lösungen wie Home Assistant gibt oder wie einfach sich das Stromsammeln schön über die Mystrom App darstellen lässt, dann konnte zumindest ich nicht mehr aufhören mich damit zu beschäftigen und so ist es für mich zu einem wirklich schönen Hobby geworden wie andere vielleicht gerne am Auto schrauben oder am Fußballplatz stehen. Dazu kommt, dass es, wenn man sich in der näheren Umgebung umschaut doch immer mehr solcher kleiner Kraftwerke gibt und man auch in seiner Nachbarschaft Leute findet, mit denen man sich austauschen kann. Nicht zuletzt gibt es in den sozialen Medien wie Facebook eine Vielzahl von Solargruppen in denen man sich austauscht, hilft und gegenseitig auf neue Ideen bringt. Ich kann euch also nur raten es einfach auszuprobieren.

Viel Spaß beim Solarenergie ernten – euer Zweifachpapa Chris

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